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„Friedenswege – Die Karnischen Alpen“ ist das Portrait einer Region, die im ersten Weltkrieg heiß umkämpft war. Entlang des Karnischen Hauptkammes standen sich zwischen 1915 und 1917 italienische und österreichisch-ungarische Truppen feindlich gegenüber. Ein weit verzweigtes Netz an Versorgungswegen, Hochgebirgsstellungen, Kavernen, Stollen oder Unterkünften wurde angelegt. Der Film zeichnet die Geschichte des Gebirgskrieges vor mehr als 90 Jahren an der Kärntner Front nach, dokumentiert aber auch, wie aus den ehemaligen Frontwegen durch den Einsatz zahlreicher Freiwilliger der „Dolomitenfreunde“ ein ausgedehntes Netz an Wanderwegen – die „Friedenswege“ wurden.

Ein wahrer Fachmann für die Kriegsgeschehnisse in den Karnischen Alpen ist auch Hubert Fankhauser, der in den letzten Jahren nicht nur die entlegensten Stellungen und Frontabschnitte wieder entdeckt und akribisch dokumentiert, sondern auch bereits zahlreiche Bücher zu diesem Thema veröffentlicht hat. Er hat auch das Filmteam um Regisseur Gernot Stadler und Kameramann Benito Oliva zu weitgehend unbekannten Bereichen der ehemaligen Front geführt und vor Ort einen anschaulichen Eindruck vom harten Dasein der Soldaten im Hochgebirge gegeben.

Begleitet wird auch eine Wandergruppe, die von der Valentinalm über den Wolayasee bis zum Hochweißsteinhaus in den westlichen Karnischen Alpen unterwegs ist. Die Hüttenwirte, bei denen sie Quartier finden, sind mit dieser einzigartigen Bergregion oft ein Leben lang verbunden und erzählen von ihrem Leben auf den einsamen Berghütten.

Dass eine Wanderung entlang des Karnischen Hauptkamms immer auch eine Begegnung mit der Geschichte ist, zeigen neben den zahlreichen verfallenen Stellungen und Laufgräben auch Funde von Blindgängern aus dem Ersten Weltkrieg, die dann von Spezialisten entschärft werden müssen. Gedreht wurde der gemeinsame Einsatz von Alpinpolizei, Flugpolizei und Sprengstoffspezialisten im Kleinen Eiskar, dem südlichsten Gletscher Österreichs.

Friedlicher geht es da schon auf der Unterbuchacher Alm zu, wo noch nach alter Tradition Käse und Schoten (geräucherter Topfen) hergestellt wird. Das Käsen hat der Altbauer noch von seinem Vater gelernt, dem Käsereiverband im Gailtal wollte er sich nicht anschließen – weswegen in der urigen Almhütte mit Lehmboden noch im Kupferkessel über offenem Feuer gekäst wird.

Stab
Buch & Regie: Gernot Stadler
Regieassistenz: Dietmar Kaltenhofer
Kamera: Benito Oliva
Ton: Markus Gangl
Produktionsleitung: Bernhard Puschl