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Im Jahre 1900 wurde in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie ein riesiges Alpenbahn- Bauprogramm gestartet – die Transalpina. In diesem letzten großen Projekt der alten Monarchie wurde gleichzeitig die Errichtung mehrerer Bahnstrecken in Angriff genommen: die Pyhrnbahn, die Tauernbahn, die Karawankenbahn, die Wocheinerbahn und die Karstbahn.

Das 1900 gestartete Bauprogramm “Neue Alpenbahnen” (Transalpina) sollte in erster Linie die Integration des Seehafens Triest fördern. Die zu lösende Aufgabe war gewaltig, galt es doch, innerhalb kurzer Bauzeit fünf Alpenbahnen zu errichten. Die zweite und kürzere Verbindung des Nordens mit dem österreichischen Handelshafen entstand durch den Bau dreier Gebirgsbahnstrecken, der Tauernbahn, der Karawankenbahn und der Wocheinerbahn.

Zu Zeiten der Monarchie nannte man Triest auch “Klein Wien am Meer”. Vieles in der Stadt erinnert noch an die Zeit, als Österreich am Meer lag und die Eisenbahn die Alpen mit der Adria verband. Bahnhöfe, Züge, Lokomotiven umschlossen von eiserenen Bändern prägten in einzigartiger Weise das Bild des Eisenbahnstaates Österreich-Ungarn. Das Banner der k.k. Staatsbahnen, das geflügelte Rad, war zum allgegenwärtigen Symbol geworden. 1914 sollte sich dieses Banner, das von Fortschritt und Freiheit zeugte, dem Krieg verschreiben und in seinen Untergang fahren.

Im Roman “Das Salz der Erde” des Schriftstellers Jozef Wittling wird der Untergang der k.k. Eisenbahnwelt zum bewegenden Gleichnis für das große Sterben im Krieg. Zum letzten Mal, so schreibt Jozef Wittling, erblickte sein Held, der Bahnhilfsarbeiter Peter Niewiadomski in diesen Augenblicken, in denen sich der Zug “seinen Weg mitten durch den menschlichen Schmerz und die Verzweiflung hindurch wie im Winter durch die Schneeverwehungen” bahnte, auf der roten Mütze des Bahnvorstehers, seines ehemaligen Vorgesetzten, das Flügelrad der k.k. Staatsbahnen, wie es im Glanz der vergehenden Sonne glitzerte” – das Symbol, das einst so großartig die Erlösung zur Freiheit verkündete, Fahrten in die Welt und ins Leben beschirmt hatte, ist endgültig desavouiert.

 

Buch und Regie: Björn Kölz und Gernot Stadler
Kamera: Gernot Stadler
Musik: Manfred Plessl
Produktionsleitung:
Monika Orsini-Rosenberg
Produktionsleitung 3sat: Rosemarie Prasek
Redaktion 3sat: Franziska Mayr-Keber
Gesamtleitung 3sat: Petra Gruber

Format: Dokumentation
Produktion: GS Film
Fernsehsender:
ORF/3sat